MONIKA MARNER QUARTETT - Just Friends!

MONIKA MARNER QUARTETT - Die aktuelle Besetzung des Quartetts seit 2010 ist: Tommie Harris aus Alabama, Schlagzeug und Gesang, Götz Ommert Kontrabass, Thilo Wagner Klavier, Monika Marner Sax und Gesang.

Swing, Blues, Bossa, trad. Jazz, aber auch Ausflüge in den Soul-Jazz Pop-Bereich decken wir mit unserem Repertoire ab.

 
TOMMIE HARRIS Jahrgang 1938, wuchs in Birmingham Alabama in den schweren Zeiten der Rassentrennung auf und begann seine musikalische Karriere bereits in jungen Jahren als Gospelsänger. In seiner Jugend sang er in den Clubs der Südstaaten bis es Ihn, wie viele seiner Kollegen, wegen der besseren Lebensbedingungen nach Chicago zog.Dort lernte er Jimmy Reed, Luther Allison und Muddy Waters kennen und kurze Zeit später war er in Jimmy Reeds Band als Schlagzeuger engagiert.  1957 entdeckte der Saxophonist Yusef Lateef das Talent des jungen Schlagzeugers und nahm ihn prompt unter seine Fittiche. Tommie kam in den frühen 70er Jahren nach Europa und machte Deutschland zu seiner neuen Heimat. 1987 wurde er in die Alabama Jazz Hall of Fame aufgenommen. Tommie hatte sowohl seine eigene Band, aber begleitete auch andere Musiker wie Gene "Mighty Flea" Conners, Ron Ringwood, Lindy Huppertsberg, etc. Er saß am Schlagzeug in Luther Allisons letzter Live-Band und bei vielen international bekannten Musikern wie z. B. Jimmy Reed, Sam & Dave, Lillian Boutte, Heatwave, Big Jay McNeely, Al Copley, Red Holloway, Brother Jack McDuff und Chicago Bean.
 
THILO WAGNER begann im Alter von 5 Jahren mit dem Klavierspiel und hatte dann 12 Jahre klassische Klavierausbildung. Schon im frühen Alter wächst sein Interesse an Jazzmusik, und indem er seine Piano-Idole Oscar Peterson, Red Garland und Winton Kelly aus dem Gehör immer wieder nachspielt, lernt er mit der Jazz-Improvisation umzugehen wie nur wenige Pianisten in Europa.
1987 wird er Profimusiker und hat seither mit unzähligen Jazzgrößen auf der Bühne und im Studio gesessen, u.a. mit Art Farmer, Scott Hamilton, Charly Antolini, Bob Mintzer, Slide Hampton, Clark Terry, Red Holloway, Alvin Queen, Butch Miles, Warren Vaché. Als festes Mitglied in verschiedenen Bands wie der von Emil Mangelsdorff oder der Allotria Jazzband nahm er an Jazz-Festivals in der ganzen Welt teil. Heute ist Thilo einer der gefragtesten Begleitpianisten für die Europatourneen von amerikanischen Jazz-Stars. 1998 erhielt er den Preis „Bester Jazz-Solist” beim Vienne Jazz Festival in Frankreich.
 
GÖTZ OMMERT ist in einer vom Elternhaus geprägten Musikwelt aufgewachsen: Sein Vater Horst Ommert war engagierter Pianist in der Frankfurter Jazz-Szene der 50iger Jahre. Auch Götz begann im Alter von 6 Jahren zunächst mit dem Klavierunterricht. Später interessierte ihn der E-Bass und mit 17 hatte er die ersten Auftritte mit diesem Instrument. Bald darauf wechselte er zum Kontrabass, dessen Faszination ihn nicht mehr losgelassen hat. Nach seinem Studium am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt stand er in über 20 Jahren mit vielen namhaften Musikern auf der Bühne, u.a. mit Clark Terry, Don Menza, Red Holloway, Ray Bryant, Curtis Fuller, Ed Thigpen, Bobby Durham, Gene „Mighty Flea” Conners, Lou Blackburn, Leroy Jones, Jesse Davis, Jiggs Wigham, Aak van Rooyen, Keith Copeland, Jim Galloway, Abbey Rader, Bob Degen, ...

 

 

JAZZ IM KINO GINSHEIM-GUSTAVSBURG 17.10.2017

 

Monika Marner Quartett mit Debut auf hohem Niveau

 

 

GUSTAVSBURG - (nfl). In der Konzert-Reihe „Jazz im Kino“ wartete die Stadt Ginsheim-Gustavsburg am Donnerstagabend mit einem weiteren kulturellen Leckerbissen auf: Mehr als 50 Freunde des Swing waren vom Auftritt des „Monika Marner Quartetts“ begeistert. Es war für das „Simon Below Quartett“, das es in die Finalrunde des „Jungen Deutschen Jazzpreises“ in Osnabrück geschafft hatte, eingesprungen. Guido Conradi, Leiter des Kulturbüros, sagte, dass man die vier talentierten Kölner Jazzstudenten für das erfolgreiche Format der Stadt weiter im Blick habe.

 

Für das seit mehr als zehn Jahren in unterschiedlicher Besetzung agierende „Monika Marner Quartett“ war dies ein Grund mehr, bei seinem Debüt in Gustavsburg mit hohem Standard aufzuwarten. Monika Marner weiß nicht nur als herausragende Saxophonistin, sondern auch als Sängerin aufzutrumpfen. Thilo Wagner am Piano, Bassist Klaus Dengler und Peter Quarten am Schlagzeug, kongeniale Mitstreiter, werfen einen unverbrauchten Blick auf altbekannte Favoriten wie Count Basie, Duke Ellington, Benny Golson, Charlie Parker und Sonny Rollins. Ein breitgefächertes Repertoire aus Swing, Blues, Soul und Bossa, bei dem die Zuhörer die Seele baumeln lassen können und das Harmoniegefüge rhythmisch begleiten.

 

Passend zur Jahreszeit lässt das Quartett beim Song „Autumn leaves“ die von den Bäumen abfallenden Herbstblätter rauschen. Drummer Peter Quarten scheint mit seinem Besen auf der Trommel das Laub aufzusaugen. Und Monika Marner wendet sich von der sonst in englischer Sprache interpretierten Liebesballade ab und mutiert zur französischen Chansonsängerin: „Les Feuilles mortes“, ein einfühlsamer Titel mit tiefgehender Moll- Modulation, der in das romantisch fokussierte Programm eingewoben wird.

 

Nahtlos fügt sich da auch die ebenfalls mit Inbrunst intonierte „My Romance“ ein, mit der Ella Fitzgerald ihre Fans zu begeistern wusste. Auch dem US-Soul-Sänger Stevie Wonder widmet die gebürtige Frankfurterin Monika Marner mit dem Song „Isn’t she lovely“ ihre Reverenz. Lieder, die unter die Haut gehen, und stets durch die kongenialen Mitstreiter eine besondere Dynamik erfahren. Im Laufe des Abends haben sowohl Bassist Klaus Dengler, Thilo Wagner am Piano als auch Drummer Peter Quarten genug Gelegenheit für fulminante Soli. Eindrucksvoll klingt auch der „Work Song“ von Nat „Cannonball“ Adderley, Duke Ellingtons Titel „Don’t get around anymore“ verströmt einen charismatischen Geist der Jazz-Legende. Und mit dem Titel „Black Orpheus“ aus dem mythologisch verhangenen Film „Orfeo Negro“ des brasilianischen Komponisten Luiz Bonfá schwingt das Marner Quartett im Bossa Nova-Fieber. Ein goldener Oktober-Abend im Jazz-Kino mit einer fulminant aufspielenden Combo, die ganz bestimmt schon bald wieder ihre swingende Visitenkarte in Gustavsburg abgeben wird.

 

Die neue CD ist fertig:

 

MONIKA MARNER QARTETT – JUST FRIENDS

Liner Notes von Jürgen Schwab

 

"Bescheidenheit, ganz viel Herz und immer ein Lächeln auf den Lippen: das ist Monika Marner oder für ihre Freunde und Fans einfach "die Moni". Wer sie und ihren Einsatz als Musikerin, Pädagogin und Jazzclub-Motorin kennt, weiß wie sie für andere Musiker schwärmen kann und wie schnell sie bereit ist, ihr eigenes Licht unter den Scheffel zu stellen. Konsequenterweise lässt sie auch auf dieser CD, ihrer ersten unter eigenem Namen, den Mitmusikern viel Raum zur Entfaltung: dem perlenden Klavier von Thilo Wagner, dem marschierenden Bass von Götz Ommert und dem authentischen Schlagzeugspiel und Gesang von Tommie Harris. Doch wenn man dann hört, wie zärtlich Monika Marner mit ihrem Altsaxofon die Melodie von "My funny Valentine" liebkost, wie charmant sie sich durch "On the sunny side of the street" swingt und mit welchem natürlichen Charme sie "It's only a papermoon" singt, dann zaubert sie auch dem Zuhörer ein Lächeln auf die Lippen und er denkt sich: Endlich, Moni, mehr davon!"

 

 

Darmstädter Echo am 25. Juli 2012 | Von Hans-Dieter Vötter

Lyrische Ader

Das Album

Monika Marner Quartett: „Just Friends“, Musikus Productions, Internet: www.monimusic.de


Die rührige Protagonistin des Albums tritt dabei ganz im Gegensatz zu ihrer bekannt bescheidenen Art in den Vordergrund und bestimmt die Abläufe der Arrangements. Monika Marner ist Jazzfreunden nicht nur als Musikerin, beispielsweise mit der Offenbacher „Leathertown Jazzband“, bekannt, sondern hat sich einen exzellenten Ruf als Musikpädagogin erworben. Darüber hinaus leitet sie seit vielen Jahren einen Musikladen und betreut den Hanauer Jazzclub. Kein Wunder bei all diesen Aktivitäten, dass viele Jahre bis zu dieser Eigenproduktion vergehen mussten. Diese beginnt mit einer Überraschung.
Schon beim Opener „It’s Only A Paper Moon“ lernen wir „die Moni“ als Sängerin kennen und staunen über ihre sichere Intonation, genießen ihre wunderbare Stimme im Titelsong „Just Friends“, bevor sie auf dem Altsaxofon im anspruchsvollen „Round Midnight“ ihre lyrische Ader ausgiebig zelebriert. Dabei wird sie von ihren Mitstreitern kompetent unterstützt. Ein alter Bekannter – und in allen Sätteln gerecht – ist der Pianist Thilo Wagner. Sein ungemein swingendes Spiel trägt maßgeblich zum hervorragenden Eindruck des Albums bei. Immer zu Scherzen aufgelegt, baut er gerne Zitate aus anderen bekannten Kompositionen in seine Improvisationen ein.
Kontrabassist Götz Ommert ist ein gesuchter Begleiter im Rhein-Main-Gebiet und hat mehrfach Gelegenheit zu solistischen Exkursionen. Eher aus dem Hintergrund, aber desto wirkungsvoller, agiert Schlagzeuger Tommie Harris, der auch als Sänger überzeugt („On The Sunny Side Of The Street“). Die rundum gelungene Scheibe endet mit dem „Work Song“, der Hymne des Soul Jazz. Monika Marner beweist dabei eindrucksvoll, dass sie auch diese Stilistik beherrscht und vital und mitreißend improvisieren kann.